Orientierungstauchen

Orientierungstauchen als Wettkampfart

Beim Orientierungstauchen wird eine vorgeschriebene Strecke getaucht, wobei der Sportler bestimmte Bojen, die in bestimmten Abständen und verschiedenen Richtungen zu finden sind, anschwimmen muss.

Wenn der Wettbewerb beginnt und das Startsignal ertönt, taucht man bis ca. 2,5m Tiefe ab, kontrolliert, ob alle Geräte funktionieren und konzentriert sich auf den für jeden Schwimmer bekannten Kurs um die erste Boje zu erreichen. Gute Konzentration aber auch Schnelligkeit ist von jetzt ab sehr wichtig. Damit die Kampfrichter sehen, wo sich der Orientierungstaucher gerade befindet, zieht er ein kleines schwimmendes Schiffchen hinter sich her, dass an einer entsprechend langen Leine mit dem Taucher verbunden ist. Aber nicht nur für die Kampfrichter erleichtert das die Wertung, sondern auch für die Sicherheit des Tauchers spielt das eine Rolle: fühlt er sich unwohl, wird er ohnmächtig, weiß jeder wo er anhand der Boje zu finden ist. Schnelle Hilfe kann geleistet werden.

Hat man die Boje erreicht, schwenkt man das Drucktauchgerät mit den Instrumenten in Richtung des neuen Kurses und schwimmt zur nächsten Boje. Hat man den letzten Punkt getroffen, orientiert sich der Schwimmer auf die Zielboje. Nach Erreichen dieser Boje wird die Zeit gestoppt und man hat den Kurs durchschwommen. Taucht man innerhalb der Strecke auf wird nur bis zu diesem Punkt gewertet; auch schon bei sichtbarer Flossenbewegung an der Wasseroberfläche.

wende

Hier hat der Taucher mit seinem Schiffchen eine Wendeboje erreicht und „orientiert“ sich nach dem neuen Kurs, d.h. er schwenkt das DTG mit den Instrumenten in Richtung der neuen anzuschwimmenden Boje


Wie schwimmt man eigentlich mit dieser Ausrüstung unter Wasser?

Nun, hier soll ein Foto helfen mit dem man die Schwimmlage aber auch die Ausrüstung erklären kann. Der Kopf des Tauchers wird mit dem Schädeldach auf den Boden des DTGs gedrückt, so dass Taucher und DTG sich auf einer Linie befinden. Mit den Armen umfasst man das DTG an den Haltegurten (oberhalb der rechten Hand des Tauchers zu sehen) und kann durch den jetzt entstehenden Blick nach unten auf das Instrumentenpaneel sehen.

geraet




Das Foto  zeigt die obige Konsole mit den Instrumenten noch einmal genauer.

kompass

Das „Herz“ der Ausrüstung : Kompass, Tiefen-, und Meterzähler. Der Kompass ist durch das Vergrößerungsglas in der Mitte zu erkennen, die Tiefe liest man an dem abgeklebten Teil des Glasröhrchens links vom Vergrößerungsglases ab und die abgeschwommene Strecke zeigt der Streckenzähler links oberhalb vom Vergrößerungsglas. Alle 3 Instrumente befinden sich auf einer Ebene damit sie mit einem Blick schnell erfasst werden können.

Wie man leicht erkennen kann wirkt das alles sehr zusammengebaut und nicht käuflich erworben. Das ist richtig! Die meisten Wettkämpfer bauen sich ihre Ausrüstung selbst zusammen. Natürlich sind Lungenautomat, DTG, Tiefenmesser usw. käuflich erworben. Aber Verbindungshalterung und das Instrumentenpaneel, auch die Haltegriffe am Tauchgerät sind selbst gebaut und zusammengesetzt.


Wie oft wird trainiert und wie bereitet man sich auf einen Wettbewerb vor?

Dazu erzählt Jörg Zorn weiter : ein bis zweimal pro Woche wird in der Schwimmhalle das bekannte Tauchtraining durchgeführt. Manchmal fährt man auch an Wochenenden an einen See (für die Berliner ist es oft der Störitzsee). Einmal im Jahr ist in der letzten Ferienwoche ein Trainingslager.

Wer kann sich als Orientierungstaucher geeignet fühlen? Eigentlich jeder Tauchsportler der einigermaßen fit ist. Damit sind auch fast alle Jahrgänge gemeint. Selbst ältere Taucher sind noch für diesen Sport „siegesgeeignet“. Nebenbei erzählt mir Jörg, dass Joachim Schünke vom TCO mit seinen nun schon 50 Jahren den Vinetapokal gewonnen hat.

Erfahrung mit dem Umgang der Gerätschaften und die Anzahl der teilgenommenen Wettbewerbe spielt natürlich auch eine nicht unwesentliche Rolle.

Mit dem jungen Nachwuchs sieht es nicht schlecht aus. Der Anteil der Jugendlichen hat deutschlandweit – aber leider nicht in Berlin – sogar zugenommen. In Berlin liegt das an den eingeschränkten Möglichkeiten in den Berliner Bädern zu trainieren, da vor zwei Jahren viele Schwimmbäder geschlossen wurden.

Ein zusätzlicher Anreiz bietet die Extrawertung für die jungen Sportler. Damit ist eine bessere Selbstdarstellung dieser Gruppe gegeben.  Insgesamt gibt es 5 Disziplinen:  Sternkurs, M-Kurs, 5-Punkte-Kurs, Mannschaftstreffübung und MONK (Mannschaftsorientierung nach Karte). Im Allgemeinen legt der Veranstalter die Disziplinen des Wettbewerbes fest. Nur bei den Deutschen Meisterschaften werden alle 5 Kurse geschwommen.